Akut- und Notfallbehandlung in unserer Praxis

Was tun bei plötzlichen Beschwerden – Orientierung für unsere Patientinnen

Nicht jede akute Beschwerde ist ein Fall für die Notaufnahme – aber manche Situationen erfordern schnelles Handeln. Diese Übersicht hilft Ihnen einzuschätzen, wann ein Termin oder Anruf in unserer Praxis ausreicht und wann Sie sich direkt in eine Klinik begeben sollten.

Sofort handeln – Notruf 112 oder direkt in die Klinik

Bei folgenden Warnzeichen bitte nicht erst in der Praxis anrufen, sondern sofort die Notaufnahme aufsuchen oder den Rettungsdienst rufen:

  • Starke vaginale Blutung mit Schwindel, Herzrasen, Kreislaufschwäche oder Ohnmacht
  • Plötzlicher, sehr starker einseitiger Unterbauchschmerz (Verdacht auf Eileiterschwangerschaft oder Eierstockstieldrehung), insbesondere bei bekannter oder möglicher Schwangerschaft
  • Schwangerschaft mit starken Bauchschmerzen, harter „bretthart“ gespannter Bauch oder Blutung – Verdacht auf vorzeitige Plazentalösung
  • Deutlich verminderte oder fehlende Kindsbewegungen ab der 24. Schwangerschaftswoche
  • Starke Kopfschmerzen, Sehstörungen (Augenflimmern), Krampfanfall oder anhaltende Schmerzen im rechten Oberbauch in der Schwangerschaft – Verdacht auf Präeklampsie/HELLP-Syndrom
  • Fieber über 38,5 °C mit starken Unterbauchschmerzen und deutlich reduziertem Allgemeinzustand
  • Starke Nachblutung oder zunehmende Schmerzen nach einer gynäkologischen Operation
  • Sexuelle Gewalt – die nächstgelegene Klinik mit gynäkologischer Ambulanz kann eine vertrauliche Spurensicherung durchführen, auch ohne sofortige Anzeige

Im lebensbedrohlichen Notfall: 112

Wann in die Praxis, wann in die Klinik?

In die Praxis kommen

  • Mäßige Unterbauchschmerzen ohne Fieber, Kreislauf stabil
  • Leichte bis mittlere Zwischenblutung außerhalb der Schwangerschaft
  • Ausfluss mit Juckreiz, Geruch oder Brennen ohne Fieber
  • Schmerzhafte, aber nicht hochfieberhafte Brustentzündung (Mastitis) in der Stillzeit
  • Leichte Schmierblutung in der Frühschwangerschaft ohne starke Schmerzen
  • Unklare, leichte Regelbeschwerden oder Zwischensymptome
  • Fragen zur „Pille danach“ oder nach ungeschütztem Verkehr ohne akute Beschwerden

Direkt in die Klinik

  • Starke, plötzlich einsetzende Schmerzen mit Kreislaufsymptomen
  • Jede starke Blutung in der Schwangerschaft, auch ohne Schmerzen
  • Blasensprung oder Verdacht auf vorzeitige Wehen vor der 37. Woche
  • Fieber mit starkem Krankheitsgefühl, insbesondere im Wochenbett
  • Hoch fieberhafte Mastitis mit Verdacht auf Abszess
  • Jeder Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft (positiver Test + Schmerzen/Blutung)
  • Notfälle außerhalb unserer Sprechzeiten, die nicht bis zum nächsten Praxistag warten können

Typische akute Beschwerdebilder

BeschwerdeMögliche UrsacheVorgehen
Plötzlicher einseitiger UnterbauchschmerzEierstockzyste (Ruptur/Blutung), Eierstockstieldrehung, EileiterschwangerschaftBei starken Schmerzen oder Kreislaufsymptomen: sofort Klinik
Starke Regelblutung / DauerblutungMyome, Zyklusstörungen, selten GerinnungsstörungBei Kreislaufinstabilität: Klinik, sonst zeitnaher Praxistermin
Blutung in der SchwangerschaftBeginnender Abort, Plazentaprobleme, ZervixblutungImmer ärztlich abklären lassen, bei starker Blutung: Klinik
Fieber + UnterbauchschmerzAdnexitis/PID, Endometritis (z. B. nach Geburt), HarnwegsinfektPraxis kurzfristig, bei hohem Fieber/reduziertem AZ: Klinik
Kopfschmerz, Augenflimmern, Oberbauchschmerz in der SchwangerschaftPräeklampsie / HELLP-SyndromSofort Klinik
Schmerzhafte, gerötete Brust mit Fieber (Stillzeit)Mastitis, ggf. AbszessPraxis, bei Abszessverdacht/hohem Fieber: Klinik

Erreichbarkeit

Innerhalb unserer Sprechzeiten: Bitte rufen Sie uns vorab an, damit wir Sie gezielt einbestellen und vorbereiten können.

Außerhalb unserer Sprechzeiten: Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter 116 117 erreichbar. Bei geburtshilflichen Notfällen wenden Sie sich direkt an den Kreißsaal der von Ihnen gewählten Klinik.

Lebensbedrohlicher Notfall: 112

Diese Seite ersetzt im Notfall keine ärztliche Untersuchung. Quellen: AWMF-Leitlinie 015/018 „Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen“ (Version 7.0, Stand 07/2024); AWMF-Leitlinie 015/063 „Peripartale Blutungen, Diagnostik und Therapie“ (S2k, 08/2022); AWMF-Leitlinienregister, Registernummer 015/076 „Extrauteringravidität“ (DGGG). Stand: August 2026.